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Eine zusätzliche Bedrohung für die Gesundheit?

Die neuen Mobilfunksysteme mit der Bezeichnung UMTS (Universal Mobile Telecommunications Systems) sollen gemäss den Versprechungen der Betreiber höhere Datenübertragungsraten ermöglichen, und somit neben den konventionellen Sprach-, Fax- und Datendiensten z.B. auch Videotelephonie und mobiler Internetzugang ermöglichen. Für UMTS wurden Frequenzbänder im Bereich von 1900 bis 2170 MHz zugeteilt. Es werden 2 verschiedene Techniken zum Einsatz kommen. Einerseits ein Zeitschlitzverfahren TDD (Time Division Duplex) mit einer Pulsung von 100 Hz für kleinste und kleine Zellengrössen (z. B. innerhalb von Gebäuden oder Distanzen bis zu einigen hundert Metern). Für grössere Distanzen bis maximal 8 km wird das ungepulste FDD-Verfahren (Frequency Division Duplex) eingesetzt.

Um mit den kleinen Zellengrössen einen befriedigenden Deckungsgrad zu erreichen, werden eine riesige Anzahl neuer Antennenanlagen benötigt. Durch die zusätzlichen Sendeanlagen wird die Strahlenbelastung bedenklich weiter ansteigen. Wenn man den Angaben des BAKOM (Datenblatt UMTS vom 14. Dezember 2000) glauben schenken würde, lägen die Sendeleistungen (ERP) von Basisstationen für UMTS-Antennen bei maximal 300 bis 400 Watt. Die Tatsache aber ist, dass Netzbetreiber gegenwärtig Antennenleistungen von bis zu 3 × 3000 Watt pro Standort beantragen. Bei voller Leistung werden demnach solche Sendeanlagen den Anlagegrenzwert von 6 V/m in einem Umkreis von ca. 50 m massiv überschreiten, und eine biologisch wirksame Feldstärke von 0.4 V/m wird noch in einer Distanz von ca. 700 m erreicht.

                                     

Erhebungen von IBES und anderen Gruppierungen, die im Umfeld von Natel – Basisantennen durchgeführt wurden, zeigen, dass gesundheitliche Probleme wie z.B. Schlafstörungen, Durchschlafstörungen, Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Nervosität, Bluthochdruck, Herzprobleme bereits bei Feldstärken ab 0.4 V/m auftreten können. Diese neuro-vegetativen Störungen erscheinen häufig bereits wenige Wochen/Monaten nach Inbetriebnahme der Sender. In grösserer Distanz zum Sender, verbunden mit kleineren Feldstärken, treten die Symptome meist verzögert auf. Bei Personen mit einer erhöhten Sensibilität für elektromagnetische Strahlung können gesundheitliche Probleme schon bei 10x tieferen Feldstärken (ca. 0.04 V/m) auftreten. Dass diese Beobachtungen nicht aus der Luft gegriffen sind zeigt der Vergleich mit der Studie vom Kurzwellensender Schwarzenburg. Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, Nervosität waren bei 30% der untersuchten Personen im Alter von über 45 Jahre vorhanden, und dies bei einer durchschnittlichen Feldstärke von 0.4 V/m!

Die gegenwärtige Entwicklung im Bereich des Mobilfunks lässt bezüglich der Gesundheit der Wohnbevölkerung nichts Gutes erwarten. Das elektromagnetische Grundrauschen im Bereich 900-2000 MHz hat sich in den vergangenen Jahren bereits stark erhöht, und wird mit UMTS weiter massiv anwachsen. Als Konsequenz erwarten wir ein weiteres Ansteigen von neuro- vegetative Störungen bei bisher nicht betroffenen, durchschnittlich empfindlichen Personen. Über die Langzeitfolgen dieser Elektrosmog-Einwirkungen können wir nur spekulieren, es ist aber erwiesen, dass Langzeitstress nicht nur Herz- und Kreislauf-Probleme verursachen kann, sondern auch die Immunabwehr vermindert. Eine Schwächung des Immunsystems beeinträchtigt die Abwehr gegen Mikroorganismen und Viren, und begünstigt die Tumorentwicklung. Es ist deshalb absolut unverantwortlich die Umweltbelastung mit elektromagnetischen Feldern über das derzeitige Mass weiter ansteigen zu lassen. Vielmehr wäre es angebracht neue Techniken nur noch zuzulassen, wenn sie für den Menschen zu einer geringeren Elektrosmog-Belastung führen würden.